Eine einzige Esplanade von globaler Bedeutung
Der Tempelberg (auf Hebräisch Har HaBayit und auf Arabisch al-Haram al-Sharif genannt) liegt in der südöstlichen Ecke der Altstadt von Jerusalem und ist eine der am heftigsten umstrittenen und tiefstverehrten heiligen Stätten der Erde. Seit Tausenden von Jahren dient diese 37 Hektar große, erhöhte Plaza aus Kalkstein und antikem Mauerwerk als spiritueller Blitzableiter und verankert die historischen Erzählungen, theologischen Visionen und tiefsten Andachten des Judentums, des Christentums und des Islam.
Um die Geschichte dieses einzigen Plateaus zu verstehen, muss man die Überschneidungen und Unterschiede der drei großen monotheistischen Religionen untersuchen. Hier stehen Ruinen, Schreine und aktive Heiligtümer übereinander und zeugen von Reichen, die aufstiegen und fielen und die jeweils ihre Spuren in Stein und Glauben hinterließen.
Judentum und die biblischen Tempel
In der jüdischen Tradition ist der Tempelberg die heiligste Stätte der Erde. Er wird als Berg Morija identifiziert, der Ort, an dem Abraham Isaak im Gehorsam gegenüber Gottes Gebot band und wo Jakob die Leiter sah, die in den Himmel reichte. Entscheidend ist, dass er der Standort der beiden antiken Tempel von Jerusalem war, die als zentrale Heiligtümer der israelitischen Verehrung dienten.
König Salomo gab den Ersten Tempel hier im 10. Jahrhundert v. Chr. in Auftrag, um die Bundeslade aufzubewahren und ein dauerhaftes Zentrum für die Jahwe-Verehrung zu errichten. Nach seiner Zerstörung durch die Babylonier im Jahr 586 v. Chr. wurde der Zweite Tempel an derselben Stelle errichtet und später von König Herodes dem Großen prunkvoll erweitert. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels durch das Römische Reich im Jahr 70 n. Chr. wurde die Klagemauer – eine erhaltene Stützmauer von Herodes' massiver Erweiterung – zum wichtigsten Anlaufpunkt für jüdisches Gebet und Trauer und steht als physische Verbindung zum antiken Heiligtum.
Christentum und das Wirken Jesu
Für Christen ist der Tempelberg untrennbar mit dem Leben und Wirken Jesu Christi verbunden. Wie im Neuen Testament aufgezeichnet, wurde Jesus als Kind im Tempel dargestellt, lehrte in seinen Höfen, stritt mit den Schriftgelehrten und trieb die Geldwechsler in einer dramatischen Demonstration des Eifers für das Haus seines Vaters aus.
Jesus prophezeite auch bekanntlich die Zerstörung der prächtigen Bauwerke des Tempels und erklärte, dass „hier kein Stein auf dem anderen gelassen wird“. Nach der Zerstörung im Jahr 70 n. Chr. betrachteten die frühen Christen den zerstörten Berg als eine Erfüllung der Prophezeiung. In späteren Jahrhunderten konzentrierte das christliche Byzantinische Reich seine Andachtsarchitektur auf andere Bereiche der Stadt, wie die Grabeskirche, und ließ den Berg bis zur islamischen Zeit weitgehend in Trümmern liegen.
Islam und das edle Heiligtum
Für Muslime ist die Esplanade als al-Haram al-Sharif (Das edle Heiligtum) bekannt, die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist das Ziel der wundersamen Nachtreise des Propheten Muhammad (Isra und Mi'raj) von Mekka zur „fernen Moschee“ (al-Aqsa), von wo aus er in den Himmel aufstieg, um den göttlichen Befehl für die täglichen Gebete zu empfangen.
Nach der muslimischen Eroberung Jerusalems im Jahr 637 n. Chr. restaurierten Kalif Umar und nachfolgende umayyadische Herrscher die Stätte. Zwischen 685 und 691 n. Chr. errichtete Kalif Abd al-Malik den Felsendom, einen atemberaubenden achteckigen Schrein, der über dem Gründungsstein errichtet wurde und an Muhammads Himmelfahrt erinnert. Kurz darauf wurde die große Al-Aqsa-Moschee am südlichen Ende des Platzes errichtet. Diese architektonischen Meisterwerke etablierten das edle Heiligtum als einen Triumph frühislamischer Ingenieurskunst und Hingabe.
Ein gemeinsames Erbe und ein dauerhafter Fokus
Heute steht der Tempelberg als lebendiges Museum des Glaubens und der historischen Komplexität. Gemäß einer Status-quo-Regelung, die im 19. Jahrhundert eingeführt und bis heute aufrechterhalten wird, verwaltet der islamische Waqf die Stätte, während die Sicherheit unter israelischer Autorität verbleibt.
Trotz politischer Spannungen und Sicherheitsherausforderungen ist die Stätte weiterhin ein aktiver Ort der Pilgerfahrt und Anbetung. Juden beten weiterhin am Fuße der Klagemauer, Muslime versammeln sich zu Zehntausenden in der Al-Aqsa-Moschee zum Freitagsgebet, und Pilger aller Hintergründe wandern über den historischen Platz und denken über das gemeinsame Erbe der monotheistischen Glaubensrichtungen nach. Der Tempelberg repräsentiert weiterhin sowohl die gemeinsamen Wurzeln als auch die unterschiedlichen Wege der großen Glaubensrichtungen der Welt.
Sources & Research
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| Field | Source | Tier | Retrieved |
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| Biblical Archaeology of Solomon's Temple | Biblical Archaeology Society (opens in a new tab) | B | 2026-05-28 |